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Bäche in Herdecke
Nachdem in den zurückliegenden Jahren wesentliche Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässergüte abgeschlossen wurden, ist in den letzten Jahren die Optimierung der Gewässerstruktur stärker in den Vordergrund gerückt.
Naturnahe EntwicklungNaturnahe Fließgewässer sind für den Naturhaushalt von großer Bedeutung. In der Vergangenheit wurden viele unserer Bäche und Flüsse allein nach technischen Grundsätzen umgestaltet. Sie können so ihre Funktionen im Naturhaushalt nur noch unvollkommen erfüllen. Um in Zukunft wieder die ökologischen Funktionen der Fließgewässer zu verbessern, wurde in Herdecke ein "Konzept zur naturnahen Entwicklung der Fließgewässer" - kurz KNEF - erarbeitet.
Mit der Erstellung des Konzeptes zur naturnahen Entwicklung von Fließgewässern (KNEF) leistet die Stadt Herdecke einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) auf ihrem Stadtgebiet.
Die WRRL fordert das Erreichen des guten ökologischen Zustandes bzw. des guten ökologischen Potenzials als Regelzustand für alle Gewässer bis zum Jahre 2015.
Nach einer Bestandsaufnahme wird in diesem Konzept ein Leitbild entwikkelt. Das Leitbild beschreibt den natürlichen Zustand des Gewässers, so wie er sich ohne Einwirkungen des Menschen einstellen würde.
Diese Vision kann jedoch nicht überall Wirklichkeit werden, denn Nutzungsansprüche des Menschen schränken die Entwicklungsmöglichkeiten ein. Der Zustand, der am Gewässer tatsächlich erreicht werden soll, wird als Entwicklungsziel beschrieben.
Das Entwicklungsziel ist die in einem überschaubaren Zeitraum aus gewässerökologischer Sicht maximal erreichbare Annäherung an das Leitbild. Es ist ein realistisches Planungsziel unter Abwägung der gesellschaftspolitischen Randbedingungen.
Grundlage der Planung sind neben der Auswertung vorhandenen Datenmaterials insbesondere
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Ein naturnaher Abschnitt des Öhlmühlenbaches, der dem Leitbild des Kerbtalbaches zuzuordnen ist
Naturferner Bachabschnitt des Ender Mühlenbaches
52 km BächeHerdecke liegt fast vollständig im Einzugsgebiet der Ruhr. Das Gewässernetz (ohne Ruhr) besitzt einschl. verrohrter und verfüllter Strecken eine Gesamtlänge von ca. 52 km (s. Karte Bäche und Quellen in Herdecke).
An der Ostgrenze von Herdecke liegen am Steilhang zur Ruhr mehrere kleine Siepen, die direkt in den Hengsteysee münden.
Unterhalb des Hengsteysees mündet von Nordosten kommend der Herdecker Bach in die Ruhr. Sein Einzugsgebiet nimmt den Norden und Osten und somit den größten Teil des Herdecker Stadtgebietes ein.
Seine größten Zuläufe sind der Ender Mühlenbach, der Kirchender Bach, der Ostender Bach und der Siepen an der Schanze.Im Westen des Stadtgebietes entwässern mehrere Bäche fast parallel in nordostsüdwestlicher Richtung zur Ruhr hin. Die beiden größten dieser Gewässer sind der Selmkebach und der Schnodderbach. Der Kermelbach, der nördlich von diesen Bächen liegt, fließt zunächst auch in nordost-südwestlicher Richtung, knickt dann jedoch nach Norden ab und mündet auf Wittener Gebiet in den Borbach, einen Ruhr-Nebenlauf. Im Norden des Stadtgebietes entwässert der Vaerstenbergbach als einziges Herdecker Gewässer nach Norden zur Emscher hin.
Die Gewässer folgen in ihrem Verlauf den Tälern, die sich meist in Nordost-Südwest-Richtung erstrecken.
Im Herdecker Stadtgebiet finden sich als Fließgewässertypen insbesondere der Kerbtalbach und der kleine Talauebach im Grundgebirge.
Kerbtalbäche sind hierbei typisch für die kleineren, bewaldeten Läufe mit hohem Gefälle, während die Talauebäche bereits größer sind und ihre Auen heute unterschiedlich genutzt werden. Stellenweise sind aber auch Übergänge zu den lößlehmgeprägten Fließgewässern des Tieflandes vorhanden (z. B. Kirchender Bach, Ender Mühlenbach). „Reine" Flachlandtypen (Niederungsgewässer) sind mengenmäßig von untergeordneter Bedeutung und treten nur in der Ruhraue auf (z. B. Mündungsbereich des Selmkebaches).
Bei Geländebegehungen konnten insbesondere an den kleinen Kerbtalbächen streckenweise trockene Abschnitte angetroffen werden.
Es ist daher davon auszugehen, dass eine Reihe der kleineren Gewässer insbesondere in ihren Quellabschnitten dem hydrologischen Typus des sommertrockenen Baches zuzuordnen sind. Dies kann insbesondere auf die geringe Ergiebigkeit der Kluftgrundwasserleiter zurückgeführt werden.
Eine Besonderheit stellen auch einige kleinere Gewässer in der Ruhraue dar. An einigen Stellen verliert sich deren Gerinnestruktur. Augenscheinlich versickern diese kleinen Fließgewässer diffus flächig in den durchlässigen Lockersedimenten der Ruhraue, ohne einen Mündungslauf aufzuweisen
Die folgende Karte zeigt die Herdecker Bäche vor dem Hintergrund der Flächennutzung. Die Bäche sind nach offenliegenden Bachläufen, verrohrten bzw. verfüllten Abschnitten, diffus versickernden bzw. temporär trockenfallenden Abschnitten unterschieden.
Ebenfalls dargestellt sind die im Rahmen der Quellkartierung erfassten Quellen differenziert nach ihrer Naturnähe. Hier wurden in einer ersten Phase die Quellbiotope der durch siedlungsstrukturelle oder landwirtschaftliche Einflüsse gefährdeten Bäche erfasst.
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Umweltbericht Herdecke 2004 www.herdecke.de |
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