Umweltbericht Herdecke 2004 ZurückWeiter


Die Ruhr

Die Stadt Herdecke ist durch ihre Lage am Unterlauf der Ruhr geprägt. Die Ruhr ist an der südlichen Stadtgrenze zum Hengsteysee und weiter flußabwärts zum Harkortsee aufgestaut.

In den vergangenen Jahrzehnten wurden mit hohem personellen und finanziellen Aufwand bedeutsame Erfolge zur Verbesserung der Gewässergüte der Ruhr und ihrer Nebenflüsse erzielt (siehe Tabelle 1).

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Die Ruhr ist wegen ihrer vielfältigen Nutzungen und trotz dieser großen Anstrengungen kein naturnahes Gewässer im Sinne der WRRL:

  • Ein bedeutender Anteil des Ruhrwassers wird zur Trink- und Brauchwasserversorgung in benachbarte Einzugsgebiete übergeleitet.
  • Für die Wassergewinnung und Energieerzeugung wurden Talsperren, Flussstauseen und Wehre errichtet und damit die Duchgängigkeit des Fließgewässers für die dort lebenden Organismen gestört.
  • Gleichzeitig dienen die Flüsse der Ableitung des gereinigten Abwassers aus kommunalen und industriellen Kläranlagen; daneben gelangen verschmutztes Regenwasser, Abschwemmungen von landwirtschaftlichen Flächen und erwärmtes Kühlwasser in die Gewässer.
  • Die Gewässer sind häufig befestigt, in den Ortslagen oft auch verrohrt. Vielfältige Nutzungen (Schifffahrt, Freizeit und Erholung, Hochwasserschutz führten dazu, dass fluss- und auentypische Flora und Fauna immer weiter zurückgedrängt worden sind.
  • Auch für das Grundwasser im Ruhreinzugsgebiet, aus dem über 100 Wasserwerke Trinkwasser gewinnen, bestehen Gefährdungen durch Verschmutzung und Übernutzung.

Die folgende Tabelle zeigt für den Auslauf Hengsteysee die Abnahme der Nährstoffkonzentration (z. B. NH4-N und gelöstes PO4-P) in den letzten Jahrzehnten. Trotz dieser Reduktion kommen weiterhin Algenblüten in den Ruhrstauseen) vor.

Tabelle 1: Wasserqualitätsparameter der Ruhr Vergleich 1966-2000 (Hengsteysee)
 
1966
2000
Leitfähigkeit [µS/cm]
280
446
NO3-N [mg/l]
1,35
3,00
NO2-N [mg/l]
0,12
0,11
NH4-N [mg/l]
0,76
0,56
o-PO4-P [mg/l]
0,12
0,01
S04 [mg/l]
69,0
54,0
Chlor [mg/l]
21,0
39,0
Eisen [mg/l]
1,13
0,19
Blei [µg/l]
10,0
1,6
Kupfer [µg/l]
30,0
5,7
Nickel [µg/l]
20,0
5,7
Zink [µg/l]
260,0
30,0
Chrom [µg/l]
60,0
1,4

Das flußabwärts transportierte Phytoplankton vermindert die Gewässergüte im Unterlauf der Ruhr. Die hohen Konzentrationen an Schwermetallen wurden ebenfalls reduziert, jedoch stiegen Leitfähigkeit und die Konzentrationen von Chlor als Folge der Einleitungen von Grubenwässern aus der stillgelegten Bergbau-Industrie an.


Umweltbericht Herdecke 2004
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