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Luftreinhaltung
Das Land NRW überwacht seit Jahren kontinuierlich die Luftqualität. Hierzu betreibt das Landesumweltamt (LUA) das Luftqualitätsüberwachungssystem (LUQS)
Das landesweite Messnetz deckt neben den Ballungsräumen (z.B. Ruhrgebiet) auch ländliche Regionen und Waldgebiete ab. Zusätzlich finden Ermittlungen der Verkehrsbelastung durch verkehrsnahe Messungen statt und es gibt Sondermessstationen in Industrienähe. Ergänzt wird das ortsfeste Messnetz durch mobile Messstationen (MILIS), die in zeitlich befristeten Messungen eingesetzt werden.
Die nächsten Messstationen zum Herdecker Stadtgebiet sind die Stationen Dortmund-Hörde, Witten-Annen (nur Wetterdaten), Hagen-Emilienplatz (Verkehrsstation) und Schwerte. Eine mobile Messung von Schwebstaub fand z.B. seit Juni 2003 in Herdecke, Nierfeldstraße statt.
Die nachfolgende Grafik zeigt den Langfrist-Trend der Schadstoff-Immission für Schwefeldioxid und Schwebstaub an Waldstationen, Messstationen des Rhein-Ruhr-Gebietes und Verkehrsstationen.
Während die Luftreinhaltepolitik etwa beim Schwefeldioxid eine beträchtliche Verminderung des Schadstoffausstosses erreicht hat, ist die Reduktion z.B. beim Schwebstaub deutlich geringer. Die Verkehrsstationen weisen deutlich erhöhte Staubimmissionen auf.
Vor dem Hintergrund, dass lungengängiger Feinstaub viel gesundheitsschädlicher ist als bislang vermutet, wurden auf EU-Ebene neue Grenzwerte für Schwebstaub unter Berücksichtigung der Partikelgrößen PM10 und PM2.5 verabschiedet. Diese betragen für PM10 bis zum Jahr 2005 40 µg/m³ im Jahresmittel und 50 µg/m³ innerhalb von 24 Stunden. 35 Überschreitungen der Kurzzeitwerte werden pro Jahr als zulässig betrachtet.
Die bisherige Messung von Gesamt-Schwebstaub (bis 2002) wurde im Jahr 2003 auf die Messung von lungengängigem Feinstaub (PM10) umgestellt. (Daher gibt es für 2003 keine Vergleichswerte in der Grafik.)
Geht man davon aus, dass der Anteil von PM10-Feinstaub am dargestellten Gesamt-Schwebstaub etwa 83 % beträgt, so wären die EU-Grenzwerte für PM10 im Jahresmittel an zahlreichen Messstationen in NRW überschritten.
Messungen in Herdecke (Nierfeldstr.) zwischen Juli 2003 und Mai 2004 haben eine mittlere monatliche Belastung mit Feinstaub zwischen 18 und 31 µg/m³ ergeben. Nur an 12 Tagen wurde der EU-Grenzwert geringfügig überschritten (maximal 70 µg/m³).
Abb. 2:Zeitlich befristete Messstation Herdecke, Nierfeldstraße, zur Messung von Feinstaub-ImmissionenDie neuen EU-Grenzwerte für Feinstaub sind allerdings nicht so zu verstehen, dass Belastungen unterhalb dieser Schwelle keine gesundheitlichen Auswirkungen hätten.
Die Luftreinhaltepolitik ist daher aufgefordert, nicht nur für Gebiete mit Grenzwertüberschreitungen Maßnahmen zu realisieren, sondern die sog. Hintergrundbelastung für die Gesamtbevölkerung zu reduzieren. Auch dies senkt das Gesundheitsrisiko.
Geeignete Maßnahmen zur Reduktion der Feinstaubbelastung sind
- Reduzierung des Schwefelgehalts von Otto- und Dieselkraftstoff (schwefelarm, schwefelfrei),
- das Ersetzen älterer Fahrzeuge mit hohen Emissionen durch neuere, die die strengeren EURO IV und V Emissionsnormen einhalten,
- der verstärkte Einsatz umweltfreundlicher Gasfahrzeuge,
- Verkehrsbeschränkungen zur Verminderung lokaler Spitzenbelastungen.
- Einführung des Partikelfilters für Diesel-PKW
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Umweltbericht Herdecke 2004 www.herdecke.de |
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