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Glossar
Obwohl wir uns bemüht haben, Fachbegriffe bereits im jeweiligen Zusammenhang zu erläutern, werden hier die verwendeten Abkürzungen und Begriffe definiert. Die Auflistung erfolgt in alphabetischer Reihenfolge.
AbkürzungenCO2 Kohlendioxid
NH4-N Ammoniumstickstoff
NO3-N Nitratstickstoff
NO2-N Nitritstickstoff
PO4-P Phosphat-Phosphor
SO4 Sulfat
mg Milligramm
(= 1 tausendstel Gramm)µg Mikrogramm
(= 1 millionstel Gramm)BegriffeAbfallverwertung: Stoffliche V.: Die Abfallbestandteile werden getrennt gesammelt und als Ausgangsmaterialien für neue Produkte aufbereitet. Thermische V.: durch Verbrennung wird die in Materialien gebundene Energie genutzt, z.B. zur Wärmegewinnung oder Stromerzeugung
Abfallvermeidung: Reduktion der je Zeiteinheit anfallenden Stoffmengen, die in Verwertungskreisläufe und/oder in die Entsorgug eingebracht werden.
Algenblüte: Massenentwicklung von Algen in einem Gewässer
Altlasten: Altablagerungen (stillgelegte Abfallablagerungen, Aufhaldungen und Verfüllungen) und Altstandorte (aufgelassene Industrie- und Gewerbeflächen), durch die schädliche Bodenverunreinigungen oder sonstige Gefahren für den Einzelnen oder die Allgemeinheit hervorgerufen werden.
anthropogen: durch menschliche Aktivitäten verursacht, vom Menschen stammend
Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen: Beim Bau von Straßen, Siedlungen, Gewerbegebieten u. a. kommt es zu Eingriffen in Natur und Landschaft. Die Eingriffsregelung hat zum Ziel, die Naturressourcen insgesamt zu schützen. Zum Ausgleich dieser Eingriffe werden daher Ausgleichsmaßnahmen festgelegt, d. h. in direkter räumlicher Nähe muss der Eingriff mit der gleichen Funktion für den Naturhaushalt ausgeglichen werden. Ist dies nicht möglich, können auch Ersatzmaßnahmen vorgeschrieben werden, d. h. an anderer Stelle werden Maßnahmen durchgeführt, um einen zumindest gleichwertigen Zustand von Natur und Landschaft zu schaffen.
Beurteilungspegel: Über die Beurteilungszeit auf der Basis des Mittelungspegels gebildetes Maß mit Zuschlägen für belästigungserhöhende Impulshaltigkeit, Tonhaltigkeit, Informationshaltigkeit sowie zur Berücksichtigung erhöhter Belästigung in empfindlichen Zeiten des Tages
Beurteilungszeit: Zeitraum, meist Tag oder Nacht, der durch den Beurteilungspegel bezüglich der akustischen Immission gekennzeichnet wird
BimSchG: Bundes-Immissionsschutzgesetz.
BimSchV: Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes.
Bioindikatoren: Organismen oder Organismengemeinschaften, die auf Schadstoffbelastungen mit Veränderungen ihrer Lebensfunktionen antworten bzw. den Schadstoff anreichern
Biotop: Lebensraum einer Biozönose
Biotopverbundsystem: System von miteinander in Verbindung stehenden Biotopen. Die Verbindungsachsen müssen dabei ähnliche ökologi-sche Bedingungen aufweisen wie die Einzelbiotope und auftretende Hindernisse zwischen den Biotopen müssen überwindbar sein.
Biozönose: Lebensgemeinschaft (Pflanzen, Tiere, Mikroorganismen) eines Biotops, die durch gegenseitige Abhängigkeit und Beeinflussung in Wechselbeziehung steht.
Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB): Sauerstoffbedarf eines Gewässers zum Abbau (Oxidation) von eingeleiteten Stoffen.
Contracting: Dienstleistungskonzept, das darauf abzielt, die Effizienz bei der Energieerzeugung, -umwandlung und -nutzung in allen Verbrauchsbereichen zu verbessern. Ein außenstehender Investor - Contractor genannt - übernimmt je nach Vertragsumfang Planung, Finanzierung, Bauausführung sowie den laufenden Betrieb des Investitionsprojektes (z. B. Errichtung eines Blockheizkraftwerkes).
dB(A), Dezibel: Kürzel zur Kennzeichnung, dass der vorstehende Zahlenwert einen Pegel darstellt, der aus einem Schallsignal nach Filterung mit der A-Kurve entstanden ist. Die A-Kurve ist eine Bewertungskurve die berücksichtigt, dass Menschen tiefe und hohe Töne schlech-ter wahrnehmen als mittelhohe.
Deponie: geordnete und kontrollierte dauerhafte Ablagerung von Abfall auf dafür geeigneten Flächen
Deposition: Ablagerung, Einlagerung, im weiteren Sinne Eintrag in eine oberflächennahe Schicht
Dioxine: Sammelbezeichnung für über 200 Verbindungen aus der Gruppe der polychlorierten Dibenzo-p-dioxine (PCDD) und Dibenzofurane (PCDF), die zu den chlorierten Kohlenwasserstoffen zählen. Einige Dioxine, u.a. 2,3,7,8-TCDD (Sevesogift), werden zu den gefährlichsten Umweltschadstoffen gerechnet.
Emission: Luftverunreinigungen, Geräusche, Licht, Strahlen, Wärme, Erschütterungen und ähnliche Erscheinungen, die von einer Anlage oder vom Verkehr an die Umwelt abgegeben werden.
Emissionskataster: Erfassungs-system für Emissionsquellen und deren Emissionen luftverunreinigender Stoffe. Beim LUA werden die Emissionserklärungen der genehmigungsbedürftigen Anlagen in NRW zusammengeführt. Das Emissionskataster enthält Angaben über Art, Menge, räumliche und zeitliche Verteilung und die Austrittsbedingungen von Luftverunreinigungen.
Eutrophierung: Verstärkte Trophie im Gewässer, die durch gesteigerte Verfügbarkeit und Ausnutzung von Nährstoffen bewirkt wird
Flächenextensivierung: Verringerung des Einsatzes von Betriebsmitteln bzw. Herabsetzung der Nutzungsintensität von Flächen
Flechten: niedere Pflanzen, die eine Symbiose (Lebensgemeinschaft) von Pilz und Alge darstellen. Flechten besiedeln bevorzugt Magerstandorte wie etwa Gestein und sind deshalb auf Eintrag von Nährstoffen mit der Luft angewiesen. Entsprechend empfindlich reagieren sie auf Luftschadstoffe, besonders auf saure Stoffe.
Furane: (Dibenzofurane, PCDF), sind den Dioxinen ähnlich in Aufbau und Eigenschaften (s. auch dort)
Genehmigungsbedürftige Anlagen: Anlagen, die im besonderen Maße dazu geeignet sind, schädlich auf die Umwelt einzuwirken. Sie benötigen nach BImSchV eine Ge-nehmigung zur Errichtung und zum Betrieb und werden in einem Katalog der 4. BImSchV aufgelistet. Dort nicht aufgelistete Anlagen gelten als nicht genehmigungsbedürftig.
Immission: Einwirkung von Luftverunreinigungen, Geräuschen, Erschütterungen, Licht, Wärme, Strahlen u.a. auf Menschen, Tiere, Pflanzen, Boden, Wasser, Atmosphäre sowie Sachgüter.
Inertstoffe: gesteinsähnliche Stoffe, die mit anderen Substanzen keine chemischen Reaktionen eingehen.
Infiltration: Versickerung von Wasser
Inversion: Die Lufttemperatur nimmt mit der Höhe zu, d.h. kältere Luftschichten liegen unter wärmeren. Diese Umkehrung der üblichen Temperaturverhältnisse behindert den vertikalen Luftaustausch, da die kältere Luft - anders als wärmere - nicht nach oben aufsteigt. Unter bestimmten Bedingungen kann dies zur Ansammlung von Luftschadstoffen in bodennahen Schichten führen.
Kontamination: Verunreinigung
Konzentration: Quotient aus Stoffmenge und Volumen der Probe
Lärm: unerwünschter Hörschall, der zu Störungen, Belästigungen, Beeinträchtigungen oder Schäden führen kann.
Luftgütezone: Anhand einer Flechtenkartierung ermittelte, flächenhaf-te Gebiete mit gleicher Luftqualität. Die Grenzen zwischen den Luftgütezonen sind nicht als scharfe Grenzlinien aufzufassen, sondern als mehr oder weniger breite Übergangsbereiche.
Luftverunreinigungen: Luftverunreinigungen sind Veränderungen der natürlichen Zusammensetzung der Luft, insbesondere durch Rauch, Ruß, Staub, Gase, Aerosole, Dämpfe, Geruchsstoffe o.ä.. Sie können beim Menschen Belastungen sowie akute und chronische Gesundheitsschädigungen hervorrufen, den Bestand von Tieren und Pflanzen gefährden und zu Schäden an Materialien führen. Luftverunreinigungen werden vor allem durch industrielle und gewerbliche Anlagen, den Verkehr und durch Hausbrand verursacht.
Makrozoobenthos: Größere makroskopisch sichtbare Organismen, die den Boden von Gewässern besiedeln.
Median: Wert, der die Mitte in einer Reihe von Messwerten bildet
Mesoklima: Klima eines Landschaftsraumes, z.B. eines Gebirges oder eines Ballungszentrums.
Mikroklima: Kleinräumiges Klima in bodennahen Luftschichten bis 2 m Höhe.
Mittelwert: i.d.R. das arithmetrische Mittel, ergibt sich aus der Addition der Messwerte geteilt durch ihre Anzahl ("Durchschnittswert")
Nitrifikationsstufen: Behandlungsstufen in Abwasserkläranlagen, hierbei wird Ammonium (NH4+) durch Bakterien zu Nitrat (NO3- ) oxidiert.
Oberflächenabfluss: der bei einem Niederschlagsereignis auftretende Abfluss auf der Geländeoberfläche
Ozon (bodennahes): bildet sich in verunreinigter Luft durch luftchemische Reaktionen aus Stickstoffoxi-den und Kohlenwasserstoffen unter starker Sonneneinstrahlung, allerdings auch unter nicht anthropogen beeinflussten Bedingungen (natürliches Auftreten). Aufgrund dieses Ozonbildungsprozesses kann es im Sommerhalbjahr vor allem bei hochsommerlichem Wetter zu Anstiegen der bodennahen Ozonkonzentrationen kommen, die das natürliche Auftreten um ein Mehrfaches übersteigen. Beim Menschen führt Ozon zu Reizungen der Schleimhäute und damit verbundenen Gesundheitsbeeinträchtigungen.
Parameter: veränderbare Einflussgröße
Partikel: s. Schwebstaub
Perzentil: statistischer Messwert, nennt eine Grenze, die nur von einer bestimmten Anzahl von Proben überschritten wird, z.B. 90% Perzentil: 90 % der Messwerte ist kleiner als der für das 90 % Perzentil angegebene Wert
pH-Wert: Maß für die Konzentration von H+-Ionen und damit für die Säure- oder Basenstärke, unter pH 7 reagiert eine Lösung sauer, über pH 7 basisch, auch Maß für den Reaktionszustand eines Bodens (sauer, neutral, alkalisch)
Phytoplankton: pflanzliche Kleinlebewesen im Wasser, wie etwa einzellige Algen
PM10: Partikel, die einen größen-selektierenden Lufteinlass passieren, der für einen aerodynamischen Durchmesser von 10 µm eine Ab-scheidewirksamkeit von 50 % aufweist
PM2,5: siehe PM10 jedoch Partikeldurchmesser von 2,5 µm
Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK): Kohlenwasserstoffverbindungen wie etwa Benzo[a]pyren, die sich u.a. aus mehreren Benzolringen zusammensetzen. Sie entstehen z.B. bei unvollständigen Verbrennungen. Einige PAK sind krebserzeugend.
Rohwasser: Zur Trinkwasserversorgung gewonnenes Grund- und Oberflächenwasser
Ruß: Feine Kohlenstoffteilchen oder Teilchen mit hohem Kohlenstoffgehalt, die bei unvollständiger Verbrennung entstehen
Saprobienindex/Saprobiensystem: Beurteilungssystem für die biologische Gewässergüte. Die Beurteilung wird über das Vorkommen von Zeigerorganismen vorgenommen. Auf der Grundlage des Saprobienindex wird die biologische Gewässergüteklasse ermittelt.
Schall: Schwingungen und Wellen in fluidischen Medien oder Festkörpern
Schalldruck-Pegel: logarithmisches Maß zur Quantifizierung des eine Immission kennzeichnenden Schalldrucks
Schwebstaub: Sammelbezeichnung für alle festen Partikel in der Außenluft. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal der Partikel ist die Teilchengröße. Besondere Bedeutung hat der Feinstaubanteil im Größenbereich zwischen 0,1 und 10 µm, weil Partikel dieser Größe mit vergleichsweise hoher Wahrscheinlichkeit vom Menschen eingeatmet und in die tieferen Atemwege transportiert werden.
Substitution: Ersatz
Treibhausgase: Gase, die zum sog. "Treibhauseffekt", also einer erhöhten Wärmeabsorption in der Atmosphäre beitragen. Wichtige Treib-hausgase sind z.B. Kohlendioxid, Methan oder Distickstoffoxid.
toxisch: akut toxische Stoffe wirken unmittelbar schädigend auf Organismen oder Organismengemeinschaften, chronisch toxische Stoffe hingegen führen bei längerer Einwirkungszeit zu Vergiftungen.
Vorfluter: Fließgewässer, das abfließendes Wasser aus dem natürlichen Wasserkreislauf oder aus einer Einleitungseinrichtung, etwa einer Kläranlage, aufnimmt.
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Umweltbericht Herdecke 2004 www.herdecke.de |
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