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Abfallwirtschaft
Das Abfallrecht enthält die Vorgabe, dass Abfälle in erster Linie zu vermeiden sind und in zweiter Linie zu verwerten. Sollte beides nicht möglich sein, so sind Abfälle umweltverträglich zu entsorgen. Die Ablagerung nicht-vorbehandelter Abfälle ist nur noch bis Mitte 2005 zulässig.
Der Ennepe-Ruhr-Kreis ist der öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger, also für die Abfallentsorgung im Kreis zuständig. Die Stadt Herdecke ist hingegen für das Einsammeln und den Transport der Abfälle zu den Entsorgungsanlagen zuständig.
AbfallmengenDie Abfallmenge aus Haushalten hat sich von 254 kg pro Einwohner im Jahr 1982 auf 290 kg pro Einwohner im Jahr 1990 erhöht. Im Jahr 2003 lag die Abfallmenge mit 7.902 t (304 kg pro Einwohner) etwas höher. Selbst wenn die Abfallmengen aus städtischen Abfallbehältern, Grünflächen und Straßenkehricht (50 kg/Ew) berücksichtigt werden, liegt das Bruttoabfallaufkommen damit niedriger als im Ennepe-Ruhr-Kreis insgesamt (2000: 380 kg/Ew) und deutlich niedriger als in NRW-Regionen mit vergleichbarer Bevölkerungsdichte (2000: 490 kg/Ew).
AbfallvermeidungMit dem Abfallvermeidungskonzept hat die Stadt Herdecke bereits 1991 Maßnahmen zur Reduzierung der Abfallmengen entwickelt. Mit dem Abfall-Info geben die Technischen Betriebe Herdecke Abfalltipps zur Müllvermeidung und informieren über die Verwertungsmöglichkeiten und umweltschonende Entsorgungsmöglichkeiten. Die Abfallberaterin erteilt Auskünfte an Privatleute und hält Vorträge z.B. auch in Schulen und Kindergärten. Eigenkompostierer, die ihren Biomüll selbst kompostieren und verwerten, können eine Reduzierung der Müllgebühren beantragen.
WertstoffsammlungDie Technischen Betriebe Herdecke bieten eine Fülle von Entsorgungsmöglichkeiten für Rest- und Sperrmüll, Wertstoffe und Schadstoffe.
Zum 1.7.1994 wurde in Herdecke flächendeckend die Biotonne eingeführt. Die Leerung der Bio- und Restmülltonnen erfolgt im 14-tägigen Wechsel.
Es gibt 46 Standorte von Depotcontainern für Altglas und Altpapier im Stadtgebiet, an 30 Standorten auch für Alttextilien. Verkaufsverpackungen werden 14-tägig über Gelbe Säcke eingesammelt.
Weitere Angebote gibt es für Gartenabfälle, Kühl- und Elektrogeräte, Gasherde, Sperrmüll und kleine Mengen an Bauschutt, Holz und Schrott. Getrennt gesammelt werden auch Kork, Batterien und CD's. Schadstoffe werden am 1. Samstag jeden Monats über das Umweltmobil an drei Standorten im Stadtgebiet erfasst.
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* Holz, Elektroschrott, Textilien, Kühlgeräte, Giftmüll.
Die getrennte Erfassung von Wertstoffen erreicht durch dieses umfassende Angebot über 60%.
EntsorgungsanlagenDie Entsorgung der Abfälle der Stadt Herdecke wird im Abfallwirtschaftskonzept des Ennepe-Ruhr-Kreises grundlegend geregelt. Die Verwertungs- und Beseitigungsanlagen für unterschiedliche Abfallarten sind in der jeweils aktuellen Abfallsatzung des Kreises festgelegt.
In Herdecke selbst gibt es keine Entsorgungsanlagen für Abfälle aus Haushalten. Die Deponie Hellbracke, die der Entsorgung von Bodenaushub, Bauschutt, Bau- und Abbruchholz, Straßenaufbruch, Gießereialtsanden sowie Garten- und Parkabfällen diente, wurde rekultiviert.
Als Deponien stehen die Deponie der Firma Brühne in Wetter-Volmarstein und der Firma Jacob in Ennepetal zur Verfügung. Hier werden vor allem produktionsspezifische Gewerbeabfälle und Gießereiabfälle die wenig reaktiv sind (sog. Inertstoffe) deponiert.
Der Biomüll wird über die Abfallumschlaganlage Gevelsberg den Kompostwerken Wilsum und Lünen zugeführt. Bauschutt und Baustellenabfälle gelangen in die Bauschuttaufbereitungsanlage in Hagen.
Alle anderen getrennt gesammelten oder angelieferten Abfälle oder Wertstoffe werden über die Abfallumschlaganlage in Witten den weiteren Entsorgungsanlagen zugeführt.
MVA HagenSperrmüll und Restmüll werden in der Müllverbrennungsanlage Hagen (MVA) thermisch behandelt. Dabei werden in einer mehrstufigen Rauchgasreinigungsanlage die bei der Verbrennung entstehenden Rauchgase entstaubt, saure Schadstoffe und Schwermetalle absorbiert, Stickoxide zu Stickstoff und Wasser umgesetzt sowie Dioxine und Furane bis weit unter die Grenzwerte der 17. BImSchV gesenkt.
Die MVA mit einer Jahreskapazität von ca. 120.000 t unterschreitet die vorgegebenen Grenzwerte deutlich.
Energetische VerwertungAus der Abwärme der Müllverbrennung wird Energie für die Fernwärmeversorgung des Stadtteils Helfe, einiger Freizeitanlagen und kommunaler Einrichtungen sowie Prozessdampf für Gewerbebetriebe gewonnen. Obwohl natürlich die Abfallvermeidung das sinnvollste Mittel zum Klimaschutz ist, ersetzt die aus dem Abfall gewonnene Energie fossile Energieträger und liefert hierdurch ebenfalls einen Beitrag zum Klimaschutz.
Die beim Verbrennungsprozeß übrigbleibende Asche, die sogenannte Schlacke, wird extern aufbereitet und als Baustoff dem Wirtschaftskreislauf wieder zugeführt. Die bei der Rauchgasreinigung anfallenden Reaktionsprodukte werden im Bergbau eingesetzt.
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Umweltbericht Herdecke 2004 www.herdecke.de |
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