Umweltbericht Herdecke 2004 ZurückWeiter


Leitziele einer ökologischen Stadtentwicklung

Trotz umfangreicher städtebaulicher Entwicklungen in den letzten 50 Jahren sind die naturräumlichen, landschaftlichen und stadthistorischen Strukturen, die der Stadt Herdecke ihre Identität geben, immer noch sehr gut ausgeprägt. Dazu gehören u. a.

  • das breite Ruhrtal im Süden der Stadt mit dem Harkort- und Hengsteysee
  • das schmale Ruhrtal im Westen der Stadt mit relativ naturnaher Flussaue
  • die waldreichen Ruhrhänge
  • die Fließgewässersysteme von Herdecker Bach, Selmke Bach, Ender Mühlenbach, Ostender Bach und Kermelbach mit z.T. naturnahen Bachläufen, Feuchtwiesen, Hochstaudenfluren und bachbegleitenden Erlen-Eschen-Ufergehölzen außerhalb der Siedlungsbereiche
  • die großflächigen grünlandgeprägten Bereiche im Norden und
  • die Altstadt mit ihren denkmalgeschützten Fachwerkhäusern sowie Denkmäler mit besonderer kulturhistorischer Bedeutung

Auf der Grundlage des Herdecker Stadtgrundrisses und der Struktur der Herdecker Landschaft wurde mit dem Stadtökologischen Beitrag (STÖB) ein Konzept des Freiraumverbundes entwickelt, welches durch Entwicklungsziele, Teilziele und Maßnahmen konkretisiert wird.

Der STÖB Herdecke unterscheidet nach Entwicklungszielen für die Umweltmedien, die neben Boden- und Gewässerschutz vorrangig den Biotop- und Artenschutz betreffen, sowie Entwicklungszielen für Freizeit und Erholung, die auch siedlungsstrukturelle Aspekte mitbehandeln.

Die Leitziele beider Bereiche sind im folgenden kurz dargestellt. Eine Fülle von detaillierteren Zielen und Maßnahmen enthält der STÖB.

Leitziele für Umweltmedien
  • Nachhaltige Entwicklung der Grün- und Freiräume im innerstädtischen Bereich, am Stadtrand und in der freien Landschaft, um auch künftigen Generationen Lebens- und Gestaltungsmöglichkeiten offen zu halten.
  • Grünbestimmte Freiräume als überschaubare räumliche Gliederung des Stadtgebietes
  • Nutzung naturräumlicher Gegebenheiten im Konzept öffentlicher Grünflächen (z.B. morphologisch hervortretende landschaftliche Großformen, wie Wasserläufe, Talzüge, Hangflanken). Dabei sind vernetzten Strukturen sowohl aus ökologischer Sicht (Wanderungsverhalten von Tierarten) als auch als verkehrsfreie bzw. fahrverkehrsarme Zugangswege für Besucher von Freiräumen große Bedeutung zuzumessen.
  • Entwicklung eines Grün- und Freiraumprogramms mit Orientierungslinien als Grundlage für die weitere Entwicklung und Begrenzung im baulichen Bereich
  • Erhalt und Verbesserung von Grün-Angeboten insbesondere in sozial benachteiligten Gebieten (Geschosswohnungsbau) und in der verdichteten Innenstadt
  • Ausschluss weiterer baulicher Entwicklung und infrastruktureller Erschließung sowie langfristige Entsiegelung der überbauten Flächen im natürlichen Überschwemmungsbereich der Ruhr
  • Einbeziehung der „Freiraumnutzer" aus allen Stadtteilen in den Planungsprozess für eine grüne Freiraumentwicklung.
Leitziele für Freizeit und Erholung
  • Bereitstellung grüner Freiflächen in angemessener Anzahl und Güte für Erholung und Freizeit
  • Entwicklung eines zusammenhängenden Grünsystems mit einem Grün- und Freiraumangebot für die alltägliche Nutzung, für Spiel, Sport, Erholung und kulturelles Erleben. Die Erreichbarkeit für alle Bevölkerungsgruppen ist sicherzustellen. Vielfältige Nutzungsmöglichkeiten sind zu schaffen.
  • Schutz, Erhaltung und Entwicklung der natürlichen Lebensgemeinschaften von Flora und Fauna. Dies gilt nicht nur für die freie Landschaft sondern auch im besiedelten Bereich. Dort, wo es aus ökologischen Gründen vertretbar erscheint, sind diese Bereiche für die ruhige Erholung zugänglich zu machen und entsprechend auszustatten (Konzept „Erlebnisraum Natur").
  • Erlebniswege für Naturerleben und Freizeit rund um die Stadt. Sie sollten möglichst auf vorhandenen Wegen verlaufen und sich eng an den besiedelten Bereich anlehnen, um das Spannungsfeld zwischen städtischer Lebenswelt einerseits und Natur und freier Landschaft andererseits erlebbar zu machen.
  • Die Wege sollten die stadtbezirksübergreifenden Grünzüge miteinander verknüpfen.
  • Aufbau eines durchgängigen Fuß- und Radweges entlang des Herdecker Baches in der Kernstadt bis zur Wittbräucker Straße mit gefahrlosem Übergang (Fußgängerbrücke) in die angrenzenden Waldbereiche

Umweltbericht Herdecke 2004
www.herdecke.de
Zurück Weiter
Seitenanfang