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Schwermetallbelastung

Potenzielle Gefahren für Boden, Grundwasser, mögliche Folgenutzungen und die menschliche Gesundheit stellen die sogenannten Altlasten dar. Darunter sind Altablagerungen und Altstandorte zu verstehen, von denen eine Gefahr ausgeht bzw. ausgehen kann. Sofern dies noch nicht festgestellt ist, wird in der Regel von Verdachtsflächen gesprochen.

Neben den Altlasten sind andere Bodenverunreinigungen durch luftgetragene Schadstoffe, durch Flußsedimente im Überschwemmungsgebiet der Ruhr und durch Aufbringen von Klärschlamm oder durch andere Arten festzustellen.

Ein besonderes Gefahrenpotenzial bezüglich der stofflichen Bodenbelastungen bildet die Gruppe der persistenten Stoffe, die sich mit fortschreitendem Eintrag kontinuierlich im Boden anreichern. Zu diesen problematischen Stoffen gehören vor allem Schwermetalle und organische Schadstoffe.

Schwermetalle können im Boden nicht ab- oder umgebaut werden, lediglich in mehr oder weniger löslichen Verbindungen vorliegen. Die meisten Schwermetalle sind als Spurenelemente natürlich im Boden vorhanden. Problematisch ist neben der anthropogenen Erhöhung der Schwermetallgehalte auch die Freisetzung naturbedingter Schwermetallgehalte.

Die relevanten bodenbelastenden organischen Schadstoffe kommen natürlicherweise nicht oder nur in sehr geringem Umfang im Boden vor. Sie gelangen erst durch menschliche Einflüsse in die Umwelt. Es handelt sich um eine Vielzahl von Stoffen und Stoffgruppen verschiedener Herkunft und mit unterschiedlichen Wirkungen auf Boden, Grundwasser und Vegetation. Sie werden häufig in Form von Summenparametern erfaßt und bewertet (z.B. PAK - polycyklische aromatische Kohlenwasserstoffe).

Schwermetall-Kataster

Der Ennepe-Ruhr-Kreis hat bereits 1988 die Schwermetallgehalte der Böden untersuchen lassen. Hierzu wurden für das gesamte Kreisgebiet in einem Rasterabstand von 2 km (s. Karte) Bodenproben untersucht. Es wurden die Gehalte an Cadmium, Blei, Zink und Quecksilber, Kupfer, Nickel und Chrom analysiert. Neben den Schwermetallgehalten wurden weitere Bodenparameter und die derzeitige Nutzung erfasst.

An drei Meßpunkten in Herdecke (21, 32, 33) fanden sich vergleichsweise hohe Anreicherungen von Schwermetallen.

Im Bereich der Grünlandnutzung (32) wird dies auf die Ablagerung schwermetallhaltiger Sedimente im Überflutungsbereich der Ruhr zurückgeführt. Die untersuchten Brachflächen im Bereich des Speicherbeckens Koepchenwerk (21) lassen die Verwendung schwermetallhaltigen Bodenmaterials für Aufschüttungen usw. vermuten. Erhöhte Schwermetallgehalte in Gartenböden sind je nach Bewirtschaftungsintensität und Lage nicht ungewöhnlich. Die Ursachen für die höheren Werte für Meßpunkt 33 (Hausgarten, Rasen) sind im Einzelfall zu untersuchen.

Die Schwermetalleinträge in die Böden sind seit Erstellung des Katasters rückläufig. Dies liegt u.a. an rückläufigen Staubimmissionen aus der Metallindustrie und der Nutzung unverbleiter Kraftstoffe. Auch liegen die Schwermetallkonzentrationen der Ruhr inzwischen bei allen Messgrößen durchgehend unter den Güteanforderungen. Überschwemmungen sind zudem seltener geworden.

Die zuständigen Behörden nutzen zur Bewertung von Bodenverunreinigungen und Altlasten ein abgestuftes Wertesystem:

Hintergrundwerte geben die Summe aus der natürlichen und der ortsüblichen, durch den Menschen hervorgerufenen Schadstoffkonzentration im Boden an. Damit beschreiben sie die nicht mehr vermeidbare Konzentration. Das Kataster des EN-Kreises liefert Hintergrundwerte für die Schwermetallbelastung.

Prüfwerte dienen Behörden als Entscheidungshilfe für weitere Schritte zur Klärung der Gefahrensituation. Sie kennzeichnen eine Schwelle, bei deren Überschreitung eine Gefahr zunächst nicht mehr ausgeschlossen werden kann.

Wenn Maßnahmenwerte überschritten sind, besteht für die zuständige Behörde in der Regel kein Handlungsspielraum bei der Beurteilung der Gefahrenlage. Diese Werte markieren einen Bedarf zur Abwehr bestehender Gefahren. Hier können Sanierungsmaßnahmen oder Nutzungsbeschränkungen angemessen sein.

Prüfwerte (mg/kg) der Bodenschutz- und Altlastenverordnung (Auszug)



Stoff

Kinder-
spielplatz

Wohn-
gebiet

Park- und Freizeit
anlagen

Industrie-/
Gewerbe-
flächen

Arsen

25

50

125

140

Blei

200

400

1.000

2.000

Cadmium

101)

201)

50

60

Cyanide

50

50

50

100

Chrom

200

400

1.000

1.000

Nickel

70

140

350

900

Quecksilber

10

20

50

80

Benzo(a)pyren

2

4

10

12

1) In Haus- und Kleingärten (Kinderaufenthalt, Nahrungspflanzen) 2,0 mg/kg TM


Umweltbericht Herdecke 2004
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