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Freiflächenverbrauch

In Herdecke ist das Thema Bodenschutz eng mit der Siedlungsentwicklung der letzten Jahrzehnte verbunden. In den letzten zwanzig Jahren (1981-2001) ist die Siedlungs- und Verkehrsfläche in Herdecke um 150 ha bzw. ein Viertel angewachsen. Die Freiflächen außerhalb des Siedlungsbereiches nahmen um rd. 10% ab.

Abb. 10: 
Siedlungs- und Verkehrsflächen
1981 - 2001 in ha

Siedlungs- und Verkehrsflächen 1981 - 2001 in ha

Ein Großteil dieses Flächenverbrauchs erfolgte in den 80er Jahren. Jährlich wurden durchschnittlich Flächen in der Größe von 19 Fußballfeldern für Siedlungszwecke in Anspruch genommen.

Seit 1990 hat sich der Flächenverbrauch im Durchschnitt auf 3,5 Fußballfelder pro Jahr bzw. 2,7 ha verlangsamt.

Wohnungsboom

Im wesentlichen erfolgte die Flächeninanspruchnahme zur Errichtung von Gebäuden und zugehörigen Flächen (wie z.B. Stellplätzen). In den 80er Jahren waren aber auch Erholungsflächen (z.B. Sportanlagen) und Verkehrsflächen Auslöser für den Flächenverbrauch.

Diese Entwicklung ging zu Lasten landwirtschaftlicher Flächen, deren Größe um rd. 200 ha auf nunmehr rd. 510 ha reduziert wurde. Die Forstflächen hingegen vergrößerten sich sogar um rd. 50 ha und sind seit 1990 annähernd stabil bei 880 ha.

Die dynamische Siedlungsentwicklung läßt sich auch an den Bevölkerungszahlen ablesen, die in diesem Zeitraum um 2.400 Personen angestiegen sind. Ursächlich für den Flächenverbrauch der letzten zwanzig Jahre ist dementsprechend die vergleichsweise hohe Bautätigkeit bei Wohngebäuden.

Freiflächenverbrauch

Deren Anzahl stieg zwischen 1980 und 1998 um 35,9% an. Während Herdecke noch 1980 eine unterdurchschnittliche Versorgung mit Wohnraum aufwies, nimmt die Stadt inzwischen eine Spitzenposition unter den Vergleichsregionen ein.

Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche an der Gesamtfläche ist mit 34,5% höher als im Durchschnitt des Ennepe-Ruhr-Kreises (27,3%), aber für eine für Ballungsrandkommune wie Herdecke typisch. Auch die Pro-Kopf-Siedlungsfläche ist mit 295 m² je Einwohner ein normaler Wert für diese Lage.

Der Flächenverbrauch wird sich in Herdecke aufgrund der stagnierenden Bevölkerungsentwicklung in Zukunft weiter abschwächen. Der neue Flächennutzungsplan (s.S. 39) sieht bis 2010 unter Berücksichtigung bestehender Baulücken und Reseren nur noch eine effektive Neuausweisung von 6 ha vor.

Bodenversiegelung

In Herdecke ist eine Fläche von 2.543.874 m² durch Gebäude, Nebenanlagen, Straßen und Wege bebaut und damit mehr oder weniger stark versiegelt. Von einem Großteil dieser Flächen wird das Niederschlagswasser in die Kanalisation abgeleitet. Der Versiegelungsgrad gibt an, welchen Anteil die versiegelten Flächen an der Gesamtfläche einnehmen.

Karte zur Flächenversiegelung anzeigen

Zur räumlichen Darstellung der Bodenversiegelung wurden die Siedlungsflächen in Rasterflächen mit 100 x 100 Metern Kantenlänge (=1 ha) aufgeteilt.

Es zeigt sich, dass nur wenige Siedlungsbereiche einen sehr hohen Versiegelungsgrad aufweisen. Es handelt sich wie zu erwarten insbesondere um Flächen in den Gewerbegebieten Loerfeld und Gahlenfeld, Kraftwerk Cuno, an der Wetterstraße sowie den historischen Stadtkern.

55% der von Siedlungsfächen tangierten Rasterflächen weisen einen Versiegelungsgrad unter 20% auf, 34% einen Wert zwischen 20 und 50%. Nur 4% der Rasterflächen sind zu mehr als 70% versiegelt. (s. Abb.)

Freiflächenverbrauch


Umweltbericht Herdecke 2004
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