Umweltbericht Herdecke 2004 ZurückWeiter


Historische Siedlungsentwicklung

Keimzelle des Ortes Herdecke ist eine karolingische Basilika, die vermutlich um 819 als Kirche eines adligen Frauenstifts erbaut wurde. Um diesen Stift entwickelte sich ein Dorf, das 1355 vom Grafen von der Mark zu einem Marktort erhoben wurde.

Aufgrund ihrer verkehrlichen Gunstlage am Ruhrübergang und am Schnittpunkt der großen Landstraßen zwischen Köln und dem Weserraum sowie zwischen dem Sieger- und Münsterland entwickelte sich die 1615 zur Freiheit erhobene Ortschaft Herdecke zu einem bedeutenden regionalen Kornmarkt. Dieser erfüllte eine wichtige Umschlagsfunktion zwischen der bis dahin überwiegend agrarisch geprägten fruchtbaren Hellwegbörde und dem stärker gewerblich ausgerichteten bergisch-märkischen Raum.

Neben dem Kornhandel bildeten die Tuch- und Wollwebereien sowie die Färbereien und Blaudruckereien die wirtschaftliche Basis des Ortes Herdecke. 1739 verlieh Friedrich Wilhelm I. Herdecke nach längerer Zeit als preußischer Akziseflecken die Stadtrechte.

Mit der in den umliegenden Städten einsetzenden Industrialisierung verringerte sich die Bedeutung Herdeckes gegenüber dem Umland. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden zwei größere metallverarbeitende Betriebe gegründet, daneben eine Lackfabrik.

1939 wurde die Gemeinde Ende in die Stadt Herdecke eingegliedert und erhielt die Ortsteilbezeichnung Ende. Die Fläche der Stadt Herdecke vergrößerte sich dadurch um 1.450 ha, die Bevölkerungszahl erhöhte sich von 6.947 auf 10.713 Einwohner und wuchs bis 1946 auf 12.429 Ew. an. In den folgenden vierzig Jahren verdoppelte sich die Bevölkerung auf über 26.000 Einwohner.

Gegenüber der „dünnen" Besiedlung um 1900 (siehe Karte) ist die Inanspruchnahme von Freiräumen und Freiflächen ein bestimmendes Merkmal der Siedlungsentwicklung der letzten 50 Jahre in der Stadt Herdecke.

Karte zur Siedlungsentwicklung anzeigen


Umweltbericht Herdecke 2004
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