Umweltbericht Herdecke 2004 ZurückWeiter


Bodenschutz

Die Gesamtheit der Böden bildet die Pedosphäre, die mit Wasser, Luft und Lebewesen durchsetzten Umwandlungsprodukte mineralischer und organischer Substanzen. Sie sind damit als Bindeglied zwischen der Gesteins-, der Wasser- und der Lufthülle der Erde nicht nur von unmittelbarer Bedeutung für die darin wohnenden Kleinorganismen und wurzelnden Pflanzen, sondern indirekt auch für die Organismen, die auf oder über dem Boden leben.

Aufgrund der Durchdringung der Umweltmedien Wasser, Luft, Flora und Fauna hat der Boden eine zentrale Stellung im Stoff und Energiekreislauf des Naturhaushaltes.

Der Boden erfüllt natürliche Funktionen als

  • Lebensgrundlage und Lebensraum für Menschen, Tiere, Pflanzen und Bodenorganismen,
  • Bestandteil des Naturhaushalts, insbesondere mit seinen Wasser- und Nährstoffkreisläufen,
  • Abbau-, Ausgleichs- und Aufbaumedium für stoffliche Einwirkungen aufgrund der Filter-, Puffer- und Stoffumwandlungseigenschaften, insbesondere Schutz des Grundwassers,

Nutzungsfunktionen als

  • Rohstofflagerstätte,
  • Fläche für Siedlung u. Erholung,
  • Standort für die land- und forstwirtschaftliche Nutzung,
  • Standort für sonstige wirtschaftliche und öffentliche Nutzungen, Verkehr, Ver- und Entsorgung

sowie Funktionen als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte.

Boden in Herdecke

Die dominierenden Bodeneinheiten im Stadtgebiet von Herdecke sind Parabraunerden, die sich aus Löß und schluffigem Gehängelehm als Ausgangssubstrat der Bodenbildung entwickelt haben. Daneben sind inselartig auf exponierten Lagen im Ardeygebirge und den Steilhangflächen nördlich des Harkort- und Hengsteysees Braunerden aus dem Verwitterungsmaterial des oberkarbonischen Sandstein verbreitet.

In den Bachtälern und Senken des Ardeygebirges haben sich, aufgrund des relativ hoch anstehenden Grundwassers, Gleyböden entwickelt. Im Gebiet um Hengstey- und Harkortsee sind im Überschwemmungsbereich der Ruhr Auenböden verbreitet.

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Beeinträchtigung von Böden

Einflüsse auf Böden lassen sich in drei Kategorien einordnen:

Versiegelung und Zerschneidung von natürlichen oder naturnahen Bodenbereichen durch Inanspruchnahme von Flächen;

Substanzverluste und Strukturbeeinträchtigungen bzw. bodenphysikalische und bodenbiologische Beeinträchtigungen durch landwirtschaftliche Nutzung und Freizeitaktivitäten bis hin zur Beseitigung bzw. Umlagerung im Zuge von Rohstoffgewinnungen oder Bautätigkeit;

stoffliche Einwirkungen.

Bei der stofflichen Beeinträchtigung von Böden wird unterschieden in:

  • indirekten Stoffeintrag durch Ausfilterung, Auswaschung oder Sedimentation von Schadstoffen aus der Luft sowie aus belasteten Fließgewässern,
  • direkten Stoffeintrag aufgrund verschiedener Bodennutzungen (z.B. landwirtschaftlicher Dünge- und Pflanzenbehandlungsmitteleinsatz, Lagerung und Transport wasser- und bodengefährdender Stoffe, Ablagerung von Abfällen, defekte Kanalisationen),
  • sonstigen Stoffeinträge aufgrund von Altlasten, Aufhaldungen, Verfüllungen mit umweltgefährdenden Produktionsrückständen usw.
Bodenschutz

Mit dem 1998 verabschiedeten Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) sowie der Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) von 1999 wird angestrebt, die Funktionen des Bodens nachhaltig zu schützen, indem dieser in seiner Leistungsfähigkeit und als Fläche für Nutzungen aller Art nachhaltig zu erhalten oder wiederherzustellen ist.

Insofern sind sowohl Gefahren abzuwehren, die dem Boden drohen, als auch solche, die vom Boden ausgehen.

Bei Altlasten kommt die Beseitigung bereits eingetretener Beeinträchtigungen hinzu.

Prüf- und Maßnahmenwerte

Die Bundes-Bodenschutzverordnung definiert zur Gefahrenabwehr einheitliche Prüf- und Maßnahmenwerte (s.o.) für die Beurteilung von Gefahren, die von einem kontaminierten Boden ausgehen können.

Bei Einwirkungen auf den Boden sollen Beeinträchtigungen seiner natürlichen Funktionen sowie seiner Funktion als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte so weit wie möglich vermieden werden.

Die Schwermetallbelastung und Altlastverdachtsflächen in Herdecke werden später in diesem Bericht thematisiert.


Umweltbericht Herdecke 2004
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