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Abwasserwirtschaft

Das nach Gebrauch in seinen Eigenschaften veränderte, abfließende Wasser nennt man Abwasser. Dazu gehört auch das Regenwasser, das von Dächern und Straßen abläuft und in die Kanalisation gelangt. Man unterscheidet zwischen Abwasser aus Haushalten und aus Gewerbe und Industrie. Aus den privaten Haushalten und öffentlichen Gebäuden stammen vor allem Wasch-, Bade- und Fäkalabwässer. Gewerbe- und Industriebetriebe liefern in der Regel wesentlich stärker belastete Schmutzabwässer aus der Produktion.

Einwohnergleichwert

Um ein Maß zu haben, mit dem unterschiedlich verschmutzte Wässer bewertet und berechnet werden können, wurde der Einwohnergleichwert (EGW) geschaffen. 1 EGW entspricht der Menge an leicht abbaubaren organischen Substanzen, die ein Mensch durchschnittlich pro Tag in das Abwasser abgibt und für dessen biologischen Abbau 60 Gramm Sauerstoff benötigt werden. Beispielsweise wird bei der Herstellung von 100 Litern Bier Abwasser mit einer Belastung von 15-35 EGW erzeugt.

Das heißt, zum biologischen Abbau dieser Schmutzwässer werden 900 -2.100 Gramm Sauerstoff verbraucht.

Wohin mit dem Abwasser?

Über viele Jahrhunderte hinweg hat man das Abwasser ungereinigt im Boden versickern lassen oder in die Gewässer geleitet und ihrer natürlichen Selbstreinigungskraft vertraut.

Spätestens mit der einsetzenden Industrialisierung waren die Gewässer mit dieser Aufgabe jedoch weit überfordert. Verheerende Krankheitsepidemien waren auch Folge dieser Praxis.

Unter dem Eindruck dieser Katastrophen wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Deutschland der Aufbau von Kanalisationsnetzen systematisch vorangetrieben und mit dem Bau von einfachen Kläranlagen begonnen. Sauberes Wasser - einst bei dünner Besiedlung ein Geschenk der Natur - müssen wir heute und in Zukunft teuer bezahlen.

Dabei können wir alle zur Entlastung der Gewässer beitragen! Das Vermeiden von Abwasser ist effektiver als die modernste Kläranlage. Wir können z. B. Waschmittel sparsam einsetzen und umweltschonende Baukastenwaschmittel verwenden. Autos sollten in Waschanlagen mit Kreislaufsystem gewaschen werden, und nicht auf dem eigenen Grundstück oder am Straßenrand. Regenwasser kann versikkert werden, z. B. über Rasengittersteine oder man nutzt es als Brauchwasser für die Klospülung.

Wir können uns nach Kräften bemühen, dass die Abwassermengen nicht noch größer werden und die vorhandenen Kläranlagenkapazitäten ausreichend bleiben, an Ideen mangelt es nicht.

Kläranlage Hagen

Im Stadtgebiet von Herdecke sind 97 % der Bevölkerung an die Kanalisation und damit an das Klärwerk Hagen-Vorhalle angeschlossen. Bei Trockenwetter fließen der Kläranlage jede Minute 5.000 Liter Abwasser aus Herdecke zu. Der maximale Mischwasserzufluss beträgt hingegen 22.800 Liter pro Minute.

Die Kläranlage Hagen besteht seit dem Jahre 1910 und ist im Laufe der Jahre wiederholt umgebaut und erweitert worden. Die letzte Erweiterungsmaßnahme wurde 1980 mit dem Neubau der Schlammbehandlungsanlage und der biologischen Reinigungsstufe abgeschlossen.

Um auch die gesetzlichen Vorgaben zur Stickstoff-Minderung zu erfüllen, wird die Kläranlage derzeit in drei Bauphasen bis Ende 2005 erweitert. Dabei wird vor allem die Vergrößerung der Belebungsbeckenkapazität um 29.000 m³ sowie der Neubau der Nachklärung realisiert.

Die Erweiterungsplanung aus dem Jahre 1993 wurde im Jahr 2002 erneut überarbeitet (s. nebenstehende Skizze), da der Trockenwetterzufluss und die Zulauffrachten zwischenzeitlich deutlich zurückgegangen waren. Die Umplanung reduzierte nicht nur die Kosten. Durch den Umbau vorhandener Bauten konnte auch die Neuversiegelung und der Anfall von Bodenaushub verringert werden.

Abb.: Kläranlage Hagen - Erweiterungsplanung [5]

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Umweltbericht Herdecke 2004
www.herdecke.de
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