Umweltbericht Herdecke 2004 ZurückWeiter


Grundwasser

Grundwasser ist Teil des natürlichen Wasserkreislaufes. Es entsteht aus dem im Boden versickernden Niederschlag, bewegt sich in unterirdischen Poren und Klüften und folgt dabei seinem Gefälle in Richtung auf Bäche und Flüsse. Seine Fließgeschwindigkeit beträgt wenige Zentimeter pro Tag in feinkörnigen Sedimentgesteinen bis mehrere hundert Meter pro Tag in verkarsteten Kalkgesteinen.

Grundwasser ist nicht gleichmäßig im Untergrund verteilt. In Nordrhein-Westfalen stellen vor allem die tertiären und quartären Lockergesteinsablagerungen (z.B. am Niederrhein) ergiebige Grundwasservorkommen dar. Das Stadtgebiet von Herdecke liegt hingegen am Rande des Ardeygebirges größtenteils im Bereich eines Kluftgrundwasserleiters dessen Grundwasserspende gering ist.

Erkennbar wird dies unmittelbar an den in ihren Quellabschnitten temporär trockenfallenden Bächen, die bei der Gewässerkartierung festgestellt wurden.

Neben dem Ruhrtal finden sich grundwasserführende Lockergesteine geringer Mächtigkeit auch in den Bachtälern des Ardeygebirges, z.B. dem Herdecker Bach.

Grundwasserqualität

Die natürliche Beschaffenheit bzw. der natürliche chemische Zustand des Grundwassers ist im Wesentlichen das Ergebnis von Wasser-Gesteins-Wechselwirkungen während der Durchsickerung des Bodens und während des Aufenthalts des Grundwassers im Grundwasserleiter.

Die natürliche Beschaffenheit des Grundwassers wird in Nordrhein-Westfalen häufig durch die Aktivitäten des Menschen überprägt. Hierbei können punktuelle und flächige bzw. diffuse Stoffeinträge unterschieden werden:

Zu den Verursachern der Belastungen durch diffuse Stoffeinträge zählt insbesondere die intensive landwirtschaftliche Bodennutzung und der hiermit verbundene Eintrag von Nährstoffen (Nitrat, Phosphat) und Pflanzenschutzmitteln. Den diffusen Stoffeinträgen sind auch die Belastungen durch Luft- und Niederschlagsdeposition (saurer Regen) zuzuordnen.

Zu den potenziellen punktuellen Schadstoffquellen zählen vor allem Altlasten und Altablagerungen, u. a. mit Einträgen von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) und organischen Chlorkohlenwasserstoffen (CKW). Ihr Auftreten ist hauptsächlich an städtische und industriell geprägte Regionen gebunden.

Grundwasserüberwachung

Der Grundwasserbericht gibt auf Basis umfangreicher Analysen detailliert Auskunft über die Grundwassersituation in NRW. Das Messstellennetz besteht landesweit aus über 29.000 Messstellen, an denen der Grundwasserstand überwacht wird. Etwa 7.000 Messstellen sind zur hydrochemischen Überwachung des Grundwassers vorhanden. Als Bewertungsmaßstab dienen im Grundwasserbericht die Vergleichswerte der Trinkwasserverordnung, der EU-Richtlinie zur Wasserqualität und die Prüfwerte der Bundesbodenschutzverordnung.

In der Grundwasserregion 451001, zu der auch die Stadt Herdecke gehört, finden sich Messstellen im Bereich des Ruhrtals. Die Messungen im Zeitraum 1993 bis 1999 zeigen für die einzelnen Messstellen wie auch die zusammengefassten Ergebnisse für die Grund-wasserregion z.B. für Schwermetalle (siehe Tabelle 4) ein positives Bild zum chemischen Zustand des Grundwassers.

Auch beim Nitrat, das im Wesentlichen aus der landwirtschaftlichen Düngung stammt, wird an den untersuchten Grundwassermessstellen der Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 50 mg/l unterschritten.

Tabelle 4: Schwermetallgehalte der Grundwasserregion 451001
Parameter
[µg/l]
P90
N
Vergleichswerte
Arsen
0,4
15
10
Cadmium
< xBG
15
5
Chrom
0,7
15
50
Kupfer
7,4
10
50
Nickel
1,6
15
20
Blei
< xBG
15
10
Zink
40,0
10
50
       
P90 = 90. Perzentil der Schwermetallkonzentrationen der Grundwasserregion
xBG = unterhalb der Bestimmungsgrenze

Schutz des Grundwassers

Die Wasserrahmenrichtlinie legt in Artikel 4 folgende Umweltziele für das Grundwasser fest, die in den nächsten Jahren erreicht werden müssen:

  • Einleitungen von Schadstoffen in das Grundwasser sollen verhindert oder begrenzt werden.
  • Eine Verschlechterung des Zustands aller Grundwasserkörper soll verhindert werden.
  • Die Grundwasserkörper sollen geschützt, verbessert und saniert werden.
  • Es soll ein Gleichgewicht zwischen Grundwasserentnahmen und Neubildung gewährleistet sein.
  • Alle signifikanten und anhaltenden Trends einer Steigerung der Konzentration von Schadstoffen aufgrund der Auswirkung menschlicher Tätigkeiten sollen umgekehrt werden, um so die Verschmutzung des Grundwassers schrittweise zu reduzieren.

Umweltbericht Herdecke 2004
www.herdecke.de
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