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Quellen
Quellen sind Stellen an der Erdoberfläche, an denen Grundwasser an die Oberfläche tritt und über ein oberirdisches Gewässer abfließt. Quellen finden sich räumlich in unterschiedlicher Dichte, ihre Zahl ist jedoch größer, als im allgemeinen angenommen wird.
QuellkartierungIm Zeitraum 2001/2002 führten die Naturschutzgruppe Witten Biologische Station e.V. (NAWIT) und die Kreisgruppe Hagen des BUND im Auftrag der Stadt Herdecke eine Quellkartierung im Stadtgebiet durch.
In einer ersten Phase wurden die potenziell gefährdeten Quellen der Bacheinzugsgebiete Ender Mühlenbach, Herdecker Bach, Kirchender Bach, Ostender Bach und Kermelbach untersucht. (s. Karte 'Bäche und Quellen').
Die eigentlichen Kartierarbeiten im Gelände erfolgten in mehreren Durchgängen von Frühjahr 2001 bis in den Herbst des Jahres 2002, da die unterschiedlichen Parameter Untersuchungen zu verschiedenen Jahreszeiten notwendig machten. Während die Fauna optimale Ergebnisse im Frühjahr erwarten lässt, sind die Vegetationskartierungen nur zu späteren Zeitpunkten erfolgreich durchzuführen. Insgesamt wurden pro Quelle bis zu 3 Kartier-Begehungen vorgenommen.
86 Quellen kartiertInsgesamt wurden auf diese Weise durch die NAWIT und den BUND in den o.g. Bachsystemen 86 Quellen kartiert. Zu jeder der Quellen wurde ein Kartierbogen angelegt, der sicherstellt, dass die wesentlichen Daten für diese besonders sensiblen Biotoptypen erfasst werden. Eine fotographische Dokumentation des Standortes und die Verortung in einem geographischen Informationssystem ergänzt diese Arbeiten.
NaturnäheDurch die Werteinschätzung vor Ort und die ermittelten Daten wurden für die einzelnen Quellen erste Maßnahmenvorschläge entwickelt, die in den Kartierbögen stichwortartig verzeichnet sind. So können durch das Umweltamt kurzfristig dringende Quellschutzmaßnahmen geplant und durchgeführt werden. Aufgrund ihres starken Verbaus bzw. naturfremder Nutzung ist dies für einen Teil der Quellen unbedingt notwendig. Insgesamt sind von den 86 aufgenommen Quellen knapp die Hälfte als bedingt naturfern bis sehr naturfern einzustufen (s. Karte 'Bäche und Quellen').
BeeinträchtigungenWährend der Kartierung fielen sowohl in unmittelbarer Quellnähe als auch im Bereich der Neben- und Hauptbäche die große Anzahl von Gewässeranstauungen zu Tümpeln bis hin zu ausgedehnteren Teichanlagen auf. Insbesondere ist hier die Oberlaufregion des Herdecker Baches von den Ausgangsquellen (leider völlig verbaut bzw. direkt angestaut) bis in Höhe des Ortsteils Ostende betroffen. Aber auch in anderen Bereichen findet man ähnliche Einrichtungen nicht selten vor.
Aus naturschutzfachlicher sowie gewässerökologischer Sicht werden diese Anlagen kritisch bewertet. Insbesondere bei Fischteichen sind die Folgeerscheinungen mitunter gravierend (Erwärmung der Bäche, Einträge mit Einfluss auf den Wasserchemismus, Verhinderung der Durchgängigkeit der Bachsysteme etc.). Erschwerend kommt hinzu, dass diese Stillgewässer meistens nicht im Nebenschluß, sondern direkt in den Hauptstrom der Fließgewässer gelegt sind, wodurch die negativen Effekte verstärkt werden.
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Häufig werden Quellen in Herdecke zur Wasserversorgung genutzt oder unterlagen in früherer Zeit dieser Nutzungsform. Hier sind oft die unmittelbaren Quellbereiche mit Vermauerungen gefasst. Soweit keine anderen (z.B. kulturhistorischen) Gründe entgegenstehen, sollten diese Quellbereiche wiederhergestellt werden.
EntwicklungspotenzialEs finden sich aber auch im Siedlungsbereich noch eine Reihe von Quellstandorten, die durch entsprechende Optimierungs- und Pflegemaßnahmen ein Entwicklungspotenzial als naturnahe Quellen aufweisen. In einigen Fällen werden die Quellräume von typischen Feuchtvegetationen begleitet, die zum Teil ausgeprägte Aspekte aufweisen und unbedingt erhaltenswert sind.
Im Rahmen der Quellkartierung wurden erste Maßnahmen zum Erhalt, Schutz und der Pflege der Quellstandorte entwickelt. Die Durchführung der Maßnahmen ist in Einzelfällen durch Pflegekonzepte vorzubereiten.
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Umweltbericht Herdecke 2004 www.herdecke.de |
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