Umweltbericht Herdecke 2004 ZurückWeiter


Gewässerentwicklungskonzept

Das Konzept zur naturnahen Entwicklung der Herdecker Fließgewässer (KNEF) enthält detaillierte Maßnahmen-Vorschläge zur Entwicklung der Herdecker Bäche. Das im KNEF beschriebene Leitbild stellt dabei den Zielzustand für die Gewässertypen der Herdecker Bäche dar.

Die in der Strukturgütekartierung erfassten Gewässer werden entsprechend dem erforderlichen Umggestaltungsaufwand in eine der folgenden Kategorien eingeteilt.

Belassen

Weitgehende Erhaltung der vorhandenen - im Allgemeinen ausreichenden - Dynamik, ggf. Ergänzung um einzelne punktuelle bzw. lineare Maßnahmen. Beispiele: Umgestaltung einzelner Querbauwerke,
Ergänzung von Ufergehölzen.

Entwickeln

Förderung einer im Ansatz vorhandenen, aber nicht ausreichenden Dynamik, die im Allgemeinen durch punktuelle oder lineare Maßnahmen im Rahmen der Gewässerunterhaltung erreicht wird. Beispiele: Anlage von Gewässerandstreifen.

Gestalten

Ingangsetzen einer fehlenden Dynamik durch Maßnahmen, die ggf. wasserrechtliche Verfahren erforderlich machen. Beispiele: Offenlegung von Verrohrungen, flächige Inanspruchnahme des Gewässerumfeldes für gewässerökologische Belange.

Handlungsprioritäten

Als Grundlage eines mehrjährigen Zeitplanes zur Maßnahmenrealisierung werden folgende Prioritätsstufen unterschieden.

1. Hohe Priorität:

Gewässerstrecken und Maßnahmen, die für den ökologischen Zustand des Gewässersystemes bzw. Baches substanziell wichtig sind und bei denen sich erhebliche ökologische Verbesserungen mit vertretbarem finanziellen sowie planerischen Aufwand erreichen lassen, z. B.

  • Freilegung / Renaturierung von Quellen,
  • Offenlegung von Verrohrungen in der Landschaft,
  • Anlage von Gewässerrandstreifen an Gewässerabschnitten mit hoher struktureller Beeinträchtigung,
  • Beseitigung sehr hoher Abstürze,
  • Beseitigung von Teichen.

2. Mittlere Priorität:

Gewässerstrecken und Maßnahmen, durch die deutliche ökologische Verbesserungen mit relativ geringem finanziellen sowie planerischen Aufwand erreicht werden können, z. B.

  • Anlage von Gewässerrandstreifen an Gewässerabschnitten mit mittlerer struktureller Beeinträchtigung,
  • Beseitigung von hohen Abstürzen,

3. Geringe Priorität:

Gewässerstrecken und Maßnahmen, bei denen ökologische Verbesserungen einen erheblichen finanziellen und planerischen Aufwand benötigen, der in der Regel nur in Zusammenhang mit weitergehenden Maßnahmen im Umfeld realisierbar erscheint, z. B.

  • Offenlegung von Verrohrungen innerhalb bebauter Bereiche (in Verbindung mit städtebaulichen Umstrukturierungs- und Entwicklungsmaßnahmen,
  • Aufweitung von Durchlässen unter größeren Straßen (bei Baumaßnahmen an diesen Straßen),
  • Beseitigung von Aufschüttungen (in Zusammenhang mit der Sanierung von Altlastflächen)
  • sowie ergänzende Maßnahmen an morphologisch weitgehend intakten Gewässerabschnitten mit geringer struktureller Schädigung.

Im Stadtgebiet Herdeckes sind einige Gewässerstrecken dadurch gekennzeichnet, dass sich entweder erhebliche Beeinträchtigungen mit einem hohen ökologischen Entwicklungspotenzial oder gewässerökologische Belange mit Freiraumbelangen überlagern. Diese Bereiche sollten im Rahmen der Umsetzung vorrangig umgestaltet werden.

Gewässerentwicklungsmaßnahmen mit hoher Priorität:

  • der Oberlauf des Herdecker Baches bis zur Querung der Bahnlinie
  • der Siepen Schanze einschl. der beeinträchtigten Zuläufe
  • der Oberlauf des Ender Mühlenbaches bis zum Beginn des HRB Hellbracke
  • der Zulauf Kemnade
  • der Kirchender Bach am Sportzentrum und westlich des Sportplatzes
  • der Selmkebach in der Ruhraue
  • der Quellbereich und Oberlauf des Ölmühlenbaches
  • der Quell- und Oberlauf des Kermelbach
Kosten

Die überschlägig ermittelten Gesamtkosten der Maßnahmen betragen rd. 13,1 Mio. €, wobei 7,6 Mio. € auf Priorität 1 und 4 Mio. € auf Priorität 3 entfallen. Kosten für die Umgestaltung von Durchlässen sind im Zuge von Ausbau- und Unterhaltungsmaßnahmen der querenden Straßen und Wege zu finanzieren.


Umweltbericht Herdecke 2004
www.herdecke.de
Zurück Weiter
Seitenanfang