Umweltbericht Herdecke 2004 ZurückWeiter


Umweltschutz in Herdecke

Stadt und Verwaltung

Die Stadt Herdecke (26.000 Einwohner) liegt im nordöstlichen Teil des Ennepe-Ruhr-Kreises. Das Stadtgebiet (22,39 km²) befindet sich zwischen dem Ruhrtal mit den beiden Stauseen Harkort- und Hengsteysee im Süden und dem Ardeygebirge im Norden.

Das Mittelzentrum Herdecke übernimmt in der Ballungsrandzone für den industriell geprägten Ballungskern wichtige Entlastungsfunktionen insbesondere im Bereich der Naherholung. Die günstige Lage am Hengsteysee und der hohe Waldanteil bieten hohe Freiraumqualitäten.

Das Wirtschaftsleben in Herdecke ist geprägt von einer gut gemischten Branchenstruktur mit vorwiegend klein- und mittelständischen Unternehmen. Schon frühzeitig ist hier der Strukturwandel von der Industrie- zur Dienstleistungswirtschaft eingeleitet worden. Der Anteil an Arbeitsplätzen in Dienstleistungsberufen liegt bei über 60 Prozent.

Als größter Arbeitgeber der Stadt ist das Gemeinnützige Gemeinschaftskrankenhaus in Herdecke-Westende herauszuheben. Mit fast 500 Betten ist es Keimzelle und Ausbildungsklinik der ersten deutschen Privat-Universität Witten/Herdecke.

Die Stadtverwaltung Herdecke beschäftigt insgesamt 370 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Die 1996 gegründeten Technischen Betriebe Herdecke (TBH) bieten mit den Abteilungen Stadtentwässerung, Abfallwirtschaft, Garten- und Friedhof, eine Vielzahl von Dienstleistungen, die eng mit dem kommunalen Umweltschutz verknüpft sind.

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Umweltreferat

Originäre Umweltschutzaufgaben werden durch ein Umweltreferat wahrgenommen, das direkt dem Bürgermeister unterstellt ist. Der Leiter des Umweltreferats ist zugleich Gewässerschutzbeauftragter der Stadt Herdecke.

Das Umweltreferat ist u.a. mit der Freiflächenplanung und den ökologischen Aspekten der Stadtplanung befasst, kümmert sich um die fachliche Betreuung der Baumschutzsatzung und führt die Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Umweltschutz und Abfallberatung durch. Das Umweltreferat berät zudem die Technischen Betriebe Herdecke z.B. im Bereich der Grünflächenpflege und Gewässerunterhaltung. Ein Umweltinformationssystem ist im Aufbau.

Umweltausschuss

Der Stellenwert des Umweltschutzes spiegelt sich auch in den kommunalpolitischen Gremien in Herdecke wieder. Ein eigener Umweltausschuss ist mit dem kommunalen Umweltschutz befasst und wirkt auch an allen anderen umweltrelevanten Entscheidungen der Stadt mit.

Der Umweltausschuss entscheidet über

  • Planungen von Maßnahmen für Gewässer und von Konzepten für Gewässerunterhaltung,
  • die Planung städtischer Grünanlagen, Forsten und Straßenbegleitgrün,
  • Fragen des Natur- und Baumschutzes,
  • Erfassung, Gestaltung und Erhaltung von Biotopen,
  • Entscheidung über die Öffentlichkeitsarbeit zum Umweltbewußtsein.

Dem Umweltausschuß obliegt außerdem:

  • Vorberatung der Konzepte zur Abwasser- und Abfallbeseitigung (einschl. -verwertung),
  • Mitwirkung zu Bauvorhaben nach § 10 Abs. 5 BImSchG (Zulässigkeit von gewerblichen Anlagen),
  • Mitwirkung bei Verkehrsplanung, Bauleitplanung, Landschaftsplanung, Landschaftsschutz, Entsiegelung von Flächen, Nahverkehrs- und Energieversorgung und allen anderen umweltbedeutsamen Bereichen,
  • Wahrnehmung von Umweltbelangen, insbesondere zur Luftreinhaltung und des Lärm-, Gewässer- und Bodenschutzes,
  • Mitwirkung bei der Aufstellung und Fortschreibung von Gestaltungssatzungen.
Lokale Agenda 21

Die Agenda 21 ist ein weltweiter Aktionsplan zur Lösung der wichtigsten Umwelt- und Entwicklungsprobleme im 21. Jahrhundert, der bei der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro beschlossen wurde.

Das Ziel, eine in sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Hinsicht lebenswerte und lebensfähige Welt zu fördern, verband sich mit zwei Erkenntnissen: Die Herausforderungen der Zukunft - Umweltzerstörung, Flüchtlingsströme, Armut und Überbevölkerung - machen nicht an nationalen Grenzen Halt. Und: Um von wohlklingenden Absichtserklärungen zu konkreten Projekten zu kommen, bedarf es der Beteiligung der ganzen Gesellschaft. Und zwar ihrer Mitglieder vor Ort in Ländern, Städten und Gemeinden - weltweit. Das Kapitel 28 der Agenda 21 fordert daher die Kommunen auf, im Dialog mit ihren Bürgerinnen und Bürgern sowie gesellschaftlichen Gruppen eine lokale Agenda aufzustellen und umzusetzen.

Die lokale Agenda 21 bedeutet für Politik und Verwaltung, in Befragungen und Gesprächen mit den Bürgerinnen und Bürgern ein Programm für die Zukunft aufzustellen und die dringendsten Probleme vor Ort gemeinsam zu lösen. Umwelt, Wirtschaft und das soziale Zusammenleben sollen gleichermaßen berücksichtigt werden

Der Rat der Stadt Herdecke ist dem Appell von Rio gefolgt und hat am 25. März 1999 die Erarbeitung einer Lokalen Agenda für Herdecke beschlossen. Durch Beratung, Nachfrage, Information, Anregung, Diskussion und Mitentscheid sollen die Herdecker Bürgerinnen und Bürger am Handlungsprogramm für das 21. Jahrhundert mitarbeiten.

Als Einstieg in die Leitbilddiskussion wurden von Juni bis Dezember 2003 zahlreiche Herdecker Bürgerinnen und Bürger zum Thema "Zukunftsfähiges Herdecke" befragt. Auf dieser Grundlage sollen nun die Stärken und Schwächen Herdeckes herausgearbeit werden. Die Agenda-Beauftragte - Frau Dr. Strauss - steht als Ansprechpartnerin zur Verfügung, stellt die Ergebnisse der Umfrage vor und diskutiert mit Ihnen über die Zukunft Herdeckes.

Nachhaltige Bürgerbeteiligung

Im Rahmen der Leitbildentwicklung der Lokalen Agenda 21 hat der Rat der Stadt im Juni 2004 auch neue Grundsätze zu einer nachhaltigen Bürgerbeteiligung verabschiedet. Grundsätze sind eine möglichst frühzeitige Beteiligung, die offene Informationsweitergabe und eine transparente Entscheidungsfindung.

Dabei werden folgende Beteiligungsformen unterschieden:

  • eine Ideenwerkstatt für Bebauungsplanverfahren, die es Betroffenen ermöglicht, schon in einer frühen Planungsphase Anregungen und Veränderungsvorschläge einzubringen.
  • eine Planungs- und Zukunftswerkstatt für Bebauungspläne, die von grundsätzlicher Bedeutung für die weitere Entwicklung der Stadt sind, wie z.B. für die Verkehrsentwicklung, Stadtmarketing und Einzelhandel, Gewerbeentwicklung usw.
  • Stadtteilkonferenzen und kommunaler Bürgerhaushalt als Instrument zur Information und Beteiligung zu stadtteilbezogenen Planungen und haushaltsrelevanten Entwicklungen
  • Runde Tische Hearings, Fachgespräche um auftretende Konfliktsituationen in allen Fachbereichen der Kommune zu vermeiden bzw. zu lösen.
Abb. 1: Lage der Stadt Herdecke
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Umweltbericht Herdecke 2004
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